Eigenkapital ist die Grundlage aller unternehmerischer Aktivität, aber auch die Voraussetzung für Fremdkapital. Von Finanzexperten wird eine Mindest-Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) von mindestens 30 Prozent empfohlen, um langfristig, stabil und zukunftssicher finanziert zu sein. Eine solche Quote schafft den finanziellen Spielraum, um neue Chancen zu nutzen, neue Entwicklungen umzusetzen oder zu wachsen.  30 Prozent ist dabei sicherlich nur eine Faustregel, je nach Branche kann sie einmal höher oder eventuell auch etwas niedriger sein. Zum Vergleich: Bei den Dax-Unternehmen des produzierend- verarbeitenden Gewerbes bewegt sich der Wert bei rund 50 Prozent und mehr. Jedoch: Nur rund jedes dritte mittelständische Unternehmen erreicht die 30-Prozent-Marke. Neben einer Innenfinanzierung über die Thesaurierung von Gewinnen kann das Eigenkapital auch über Beteiligungskapital von außen vergrößert werden. Welche Möglichkeiten gibt es? Für welche Unternehmen ist Beteiligungskapital geeignet und sinnvoll? Was erwarten die Kapitalgeber und -nehmer voneinander?

Offene und stille Beteiligungen
Im Prinzip lassen sich zwei Varianten von Beteiligungskapital unterscheiden: offene und stille Beteiligung. Bei einer offenen (direkten) Beteiligung wird der Kapitalgeber unmittelbarer Mitgesellschafter und Miteigentümer mit allen Chancen und Risiken und allen gesetzlichen bzw. gesellschaftsvertraglichen Rechten und Pflichten. Die offene Beteiligung wird in das Handelsregister eingetragen und ist somit für Außenstehende erkennbar. Der Beteiligungsgeber wird Miteigentümer des Unternehmens mit entsprechenden Mitsprache- und Informationsrechten. Der Kapitalgeber nimmt an einer Steigerung des Unternehmenswerts, den Gewinnen, aber auch Verlusten teil. Erfolgt keine Gewinnausschüttung bleibt die Liquidität im Unternehmen.

Hingegen stehen stille Beteiligungen zwischen Eigen- und Fremdkapital. Fremdkapitalähnliche Komponenten sind im Wesentlichen die Rückzahlbarkeit am Laufzeitende sowie der (zum Teil) fixe Mindestverzinsungsanteil. Eigenkapitalähnliche Merkmale sind die Nachrangigkeit und die (zum Teil) erfolgsabhängige Vergütung. Dingliche Sicherheiten müssen nicht gestellt werden und im Falle einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens sind stille Beteiligungen nicht kündbar. Es handelt sich um eine Beteiligung im Innenverhältnis.

Bei der stillen Beteiligung wird zwischen typischer und atypischer unterschieden. Bei der atypischen Variante gilt der Beteiligungskapitalgeber als Mitunternehmer, der auch am Vermögen der Gesellschaft beteiligt ist. Das Unternehmen kann das Entgelt für das zur Verfügung gestellte Eigenkapital nicht als Betriebsausgaben absetzen.

Hingegen werden typisch stille Beteiligungen, obwohl wirtschaftliches Eigenkapital, steuerlich wie Fremdkapital behandelt. Der Beteiligungsgeber ist nicht am Vermögen der Gesellschaft beteiligt. Der Investor erhält keine unmittelbaren Mitspracherechte.

Da stille Beteiligungen (wirtschaftliches) Eigenkapital mit all den damit verbundenen Risiken und ohne dingliche Sicherheiten darstellen, besitzen sie eine höhere Risikoqualität als Fremdkapital. Daher sind auch die Renditeerwartungen der Kapitalgeber nicht unmittelbar mit Kreditzinsen vergleichbar. Die konkreten Konditionen für stille Beteiligungen sind im Allgemeinen verhandelbar, hängen vom Chancen-Risiko-Profil des jeweiligen Einzelfalls ab und bestehen aus einer fixen Vergütung sowie zusätzlichen gewinn- bzw. erfolgsabhängigen Komponenten.

Unternehmer bleibt Herr im Haus
Trotz dieser Vorteile gibt es im Mittelstand gegenüber Beteiligungskapital nach wie vor eine gewisse Zurückhaltung, die vor allem aus der Sorge resultiert, die unternehmerische Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit zu verlieren. Stille Beteiligungen beinhalten keine gesellschaftsrechtlichen Mitspracherechte. Bei einer offenen Beteiligung gibt es die Möglichkeit einer Minderheitsbeteiligung. So behält der Unternehmer das Heft in der Hand. Mit einer kombinierten, also einer zum Teil stillen, zum Teil offenen Beteiligung lassen sich die Vorteile der beiden Beteiligungsvarianten optimieren.

Geno invest AG

Postanschrift: Forsthausstr. 4 | 35647 Waldsolms | 06085-970125

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

www.geno-invest.com

Login Form

Noch nicht registriert? Mit einem Klick auf folgenden Link können Sie sich anmelden und Ihre Unterlagen anfordern.

Registrieren